VERBANDSLIGA

Als Kai Henning Mitte Januar sein Amt als Trainer der abstiegsbedrohten HSV Plettenberg/Werdohl antrat, blickte die Mannschaft auf zehn Niederlagen in Folge zurück. Mit 4:20 Zählern steuerte sie scheinbar unaufhaltsam Richtung Landesliga. Anschließend holt Henning 14:12 Punkte, zuletzt legten Witt und Co sogar eine 7:1-Serie hin – ein mehr als beachtliche Leistung.

Am Samstagabend nach dem Spiel in Böddinghausen wirkte Henning entspannt, deutlich entspannter als nach anderen Siegen. Er wirkte innerlich zufrieden, hatte er doch ein kleines Wunder vollbracht, mit dem im Januar niemand mehr zu rechnen wagte. Den Klassenerhalt sicherte die HSV „schon“ am drittletzten Spieltag in Recklinghausen, Henning schien die gelungene Revanche gegen das Schlusslicht Westerholt nicht weniger bedeutet zu haben. „Mit der Bilanz bin ich wirklich sehr zufrieden“, resümierte er nach dem letzten Heimspiel der Saison, offenbar ein idealer Zeitpunkt, die zurückliegenden Wochen und Monate Revue passieren zu lassen – während die Anhänger im Hintergrund noch ihr Team und das verdiente 31:28 feierten.

Dass das Vorhaben tatsächlich glückte, will er auf keinen Fall für sich allein in Anspruch nehmen. Viele Faktoren hätten letztlich zum erfolgreichen Verlauf beigetragen, meint der Coach. „Jens und Markus haben gute Vorarbeit geleistet“, führt Henning als allererstes an. Dass sich Torwart Rico Witt immer besser zurecht fand, Spiele entschied und der Abwehr den Rücken stärkte, trug natürlich ebenfalls zur Wende bei. Wie dem auch sei, im Laufe der Rückrunde fand die HSV ihr Selbstvertrauen wieder. Und das stellte sie am Samstag ein letztes Mal in dieser Saison vor heimischer Kulisse unter Beweis. 

Riskante Pässe, die während der Hinrunde noch im Nirvana gelandet waren, fanden gegen Westerholt ihr Ziel. Vieles, was vor gut drei Monaten noch undenkbar schien, funktionierte. Und den Fans bereitet es offenkundig wieder Freude, sich die Spiele ihrer HSV anzuschauen. „Die Mannschaft hat eine tolle Moral bewiesen. Von Sommerhandball nach dem Klassenerhalt keine Spur. So habe ich mir das vorgestellt“, lobte Kai Henning seine Schützlinge für die Leistung gegen Westerholt – letztlich ein Lob, das auf die ganze Rückrunde passt.